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Konstitutionsmittel und anderes

Homöopathische Arzneien können sehr wirksam sein - und das auf verschiedenen Ebenen der Ähnlichkeit.  

1. Die oberste Ebene ist die Ebene der Indikationen. Da geht es um Verschreibungen bewährter Mittel - wie Arnica bei Verletzungen, Apis bei Insektenstichen und Nux vomica bei Übelkeit und Kater. Die Wirkung solcher oberflächlichen Verschreibungen kann schnell und durchschlagend sein. Das ist die Ebene, auf der in der Regel Ärzte und Heilpraktiker verschreiben, die Homöopathie neben anderen Therapien anbieten. Aber auch alle anderen Homöopathen nutzen bewährte Mittel in akuten Fällen oder etwa zur Begleitung von Krebspatienten bei einer Chemotherapie.

2. Eine Ebene tiefer befinden sich die konstitutionell wirkenden Mittel.  Seit Hahnemann suchen Homöopathen für jeden Patienten das eine individuell passende Mittel, das alle Beschwerden und die ganze Konstitution abdeckt. Gelegentlich haben sie das gefunden - doch bei den rund 400 Mitteln der klassischen Homöopathie ist es kaum möglich, ausreichend zu differenzieren.  Deshalb brauchen die Patienten oft eine Serie von Mitteln, bis der Großteil der Beschwerden behandelt ist.

3. Ein Mittel, das die ganze Konstitution abdeckt, lässt sich viel eher mit dem bislang auf nahezu 8500 Mitteln angewachsenen Arzneimittelschatz der modernen Homöopathie finden - auch wenn die Suche nicht immer einfach ist und die geduldige Mitarbeit des Patienten erfordert.  Ein solches Konstitutionsmittel kann zu einer tiefgreifenden und umfassenden Heilung führen. Ist das Mittel erst gefunden, wird es über Monate und Jahre mit Erfolg eingesetzt. Unklar und umstritten ist unter Homöopathen noch, ob jeder Mensch von Geburt bis zum Tod ein Konstitutionsmittel hat, oder ob sich das je nach Lebensphase auch ändern kann.